Chronik des Burschenvereins "Gemütlichkeit" Oberndorf
1952- 1961

Der Burschenverein Oberndorf wurde am 12. August 1952 im Gasthaus Blieninger in Ruhensdorf von folgenden Mitgliedern gegründet:

Anton Baumann Georg Huber
Sebastian Huber Konrad Eß
Johann Braun Josef Hanslaier
Anton Zeller Josef Friedl
Josef Zeller Johann Eß
Johann Huber Sebastian Zimmermann
Josef Zimmermann Andreas Schiller
Alois Moritz  

Der Name des Vereins lautete:

Burschenverein "Gemütlichkeit" Oberndorf

Zum 1. Vorstand wurde Sebastian Huber aus Kumpfmühle gewählt. Desweiteren gehörten folgende Personen dem Ausschuß an: Johann Braun aus Rinding, Peter Löw aus Rinding, Anton Zeller aus Weiding, Josef Zeller aus Weiding und Johann Huber aus Oberlaufing.

Daß der Verein bereits am Beginn seines jungen Vereinslebens sehr aktiv war, zeigen die rasch aufeinanderfolgenden Veranstaltungen. So wurde bereite am 31.08.1952 ein Gründungsball mit der Blaskapelle Ebersberg im Gasthaus Ametsbichler in Oberndorf abgehalten. Darauf folgten verschiedene Veranstaltungen wie Bälle, Weihnachtsfeiern mit Christbaumversteigerungen und Burschenversammlungen.

Am 31.05.1953 trat unser Verein erstmals außerhalb der Gemeindegrenzen in Erscheinung. Wir wurden zu einer Doppelfahnenweihe nach Poing eingeladen. Wir beteiligten uns mit 17 Mann an der Fahnenweihe, bei der wir auch unser erstes Ehrenband erhielten.

Bereits im Juli desselben Jahres wurde der erste Vereinsausflug unternommen. Mit einem Omnibus fuhren 37 Mitglieder in das Salzburger Land nach Zell am See. Im schriftführerbuch dieses Jahres wurde festgehalten, daß dieser Ausflug zur Zufriedenheit aller ausgefallen ist. Dies ist auch der Grund, warum der Vereinsausflug zu den Höhepunkten in jedem Jahr zählt.

Im Juli 153 übernahm Johann Braun aus Rinding die Führung unseres Vereins. Unter seiner Führung wagte sich der Verein erstmals an die Aufführung eines Theaterstückes heran. Nach wochelangem Üben und dem Bau einer Bühne war es am 12. und 13. Dezember 1953 endlich soweit. Im Saal der Gastwirtschaft Ametsbichler in Oberndorf wurde das Stück „der scheinheilige Florian" erstmals aufgeführt. Auf Grund des großen Erfolges bei den Zuschauern wurde auch in den kommenden Jahren immer in der Weihnachtszeit ein Theaterstück gespielt. Leider wurde das Theaterspielen nur bis 1963 beibehalten. Es wäre wünschenswert, wenn sich in Zukunft wieder junge Burschen zusammenfinden und den schönen Brauch des Theaterspielens erneut aufnehmen würden.Die nächsten Vereinsjahre vergingen wie im Flug. Neben zahlreichen Veranstaltungen wie Bälle und Versammlungen kamen in diesen Jahren die ersten Burschenabschiede dazu.

Im Jahr 1957 kam es zum Höhepunkt in dem bisher jungen Vereinsleben. Es wurde beschlossen eine Fahne zu kaufen und diese bei einer feierlichen Fahnenweihe weihen zu lassen. Hierzu wurde ein Festausschuß gebildet, der sich um die Durchführung dieser Fahnenweihe kümmern sollte.Somit wurde von Andreas Schiller und Vorstand Johann Braun bei der Klosterstickerei Marianum in München eine Fahne in Auftrag gegeben und gekauft. Nach dieser und zahlreichen anderen weiteren Vorbereitungen, konnte am 19. Mai 1957 die Fahnenweihe des Burschenvereins begangen werden.

Mit einem Kirchenzug, den unser Patenverein, der Burschenverein Schönau, anführte, wurde die neue Fahne zum Festaltar getragen, der im Hof des Bauern Bodmeier aufgebaut war. Dort wurde sie in feierlicher Weise von Herrn Luber geweiht und anschließend von der Fahnenmutter, Maria Lohmeier aus Unterlaufing, unserem Fähnrich, Anton Häuslmann aus Traxl übergeben.Nach dem Mittagessen zogen die teilnehmenden Vereine in einem Festzug durch das feierlich geschmückte Oberndorf. Den Abschluß der Fahnenweihe bildete ein sehr gut besuchter Festball am Abend. So nahm das schöne Fest, das für unseren Verein in jeder Hinsicht ein Erfolg war, einen frohen Ausklang.

Durch zahlreiche Veranstaltungen und durch die Teilnahme an mehreren Festen in den darauffolgenden Jahren wurden auch freundschaftliche Beziehungen zu den benachbarten Burschenvereinen geknüpft. So baten uns die Brucker Burschen in einer Monatsversammlung im Frühjahr 1959 die Patenschaft bei ihrer Fahnenweihe zu übernehmen. Diese Ehre nahmen wir gerne an und beteiligten uns mit 40 Mann und einer eigenen Blaskapelle (Blaskapelle Emmering) an ihrer Fahnenweihe am 18 Mai 1959.

Nachdem Hans Braun 8 Jahre lang als Vorstand den Verein führte, nahm er am 22.04.1961 seinen Abschied vom Burschenverein.Während seiner langen Zeit als Vorstand hat er mit viel Umsicht den Verein geleitet und sich sehr verdient um ihn gemacht. Bei seinem Abschied wurde er daher zum Ehrenmitglied ernannt.

1962 – 1971

In der darauffolgenden Generalversammlung, die erstmals in unserem neuen Vereinslokal in Oberndorf stattfand, wurde der langjährige Schriftführer des Vereins, Anton Hilger aus Traxl zum Vorstand gewählt. Im gleichen Jahr wurde der Burschenverein erstmals auch sportlich aktiv. An einer Radltour zur Ebersberger Sauschütte beteiligten sich fast alle Vereinsmitglieder. Jedoch stand bei allen Mitgliedern nicht der gesundheitliche Wert einer solchen Radltour, sonder das gesellige Beisammensein bei Bier und Brotzeit im Vordergrund . So entwickelte sich rasch eine sehr gute Stimmung und die Heimfahrt wurde erst spät, teilweise in wackeliger Fahrweise, angetreten.

In den nächsten Jahren wurden erstmals neben den üblichen Veranstaltungen wie Kirchweihtänzen, Faschingsbälle und Nachthochzeiten auch Theaterfahrten in das Gärtnerplatz-Theater nach München unternommen. Es wurden die Stücke „Die Fledermaus" und „Land des Lächelns" besucht.Diese Theaterbesuche stießen auf großes Interesse bei den Mitgliedern. Da sie eine Abwechslung zu den üblichen Veranstaltungen bedeuteten.

Erstmals wurde auch 1963 eine Floßfahrt von Wolfratshausen nach Harlaching auf der Isar durchgeführt. Über diesen Ausflug schrieb der damalige Schriftführer in sein Buch: „ Zum Leidwesen einiger wurden die Bierfässer zu schnell leer. Jedoch wurden sie durch ein paar Badenixen, die auf´s Floß kamen, entschädigt".

In der Generalversammlung im August 1964 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Georg Weber aus Weiding übernahm die Leitung unseres Vereins und stand bis 1969 dem Burschenverein Oberndorf voran. Anton Hilger war noch zwei Jahre zweiter Vorstand und gab im Mai 1966 seinen Burschenabschied. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Verein als Schriftführer (1953-1960) und erster bzw. zweiter Vorstand (1961-1966) wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

In diesen Jahren wurden auch erstmals Fahrten in`s Platzl nach München unternommen und das Veranstalten einer Christbaumversteigerung wieder aufgenommen. So wurde Anfang Januar 1968 die erste Christbaumversteigerung seit 1956 wieder durchgeführt. Aufgrund der guten Stimmung und des großen Erfolges dieser Veranstaltung wurde von nun an in jedem Jahr eine Christbaumversteigerung in der Weihnachtszeit abgehalten.

Im Mai 1969 packte auch das Fußballfieber den Burschenverein Jedoch sollte der erste Auftritt dieser Art mit einem Debakel enden. Bei einem Fußballspiel gegen die Lauterbacher Burschen setzte es eine hohe Niederlage. Auf dem Emmeringer Sportplatz behielten die Lauterbacher mit 6:0 die Oberhand.

Am 12. Dezember 1969 löste Josef Dickl aus Traxl Georg Weber als Vorstand ab. Während seiner Zeit als Vorstand, ging das Leben im Burschenverein seinen gewohnten Gang. Burschenbälle, Ausflüge, Fußballspiele und Nachthochzeiten lösten einander ab und so verging kaum ein Monat ohne irgendeine Aktivität unseres Vereins.

1972 – 1981

Nachdem im Dezember 1971 Balthasar Lohmeyer aus Laufing zum Vorstand gewählt wurde, beschloß man, im nächsten Jahr erstmals in der Vereinsgeschichte einen Maibaum aufzustellen. Während der Vorbereitungszeit wurde der Baum gut bewacht, um ihn vor unerwünschten Maibaumdieben zu schützen und konnte somit am 1. Mai unbeschadet von Siegersdorf nach Oberndorf gebracht werden. Dort wurde er am Nachmittag im Beisein zahlreicher Schaulustiger aufgestellt und mit schönen Bildtafeln verziert. Am Abend schließlich lud der Verein zum Maitanz im Kurhaus Bad Aibling ein. Dieser erste Tanz im Kurhaus war ein voller Erfolg, so daß man beschloß weitere Tänze in Bad Aibling zu veranstalten.

Im Oktober 1973 wurde erstmals ein dreitägiger Vereinsausflug unternommen. Da bisher immer nur ein Tagesausflug auf dem Programm des Verein stand, entschied man sich dafür, in diesem Jahr drei tage nach Südtirol zu fahren. Als Reiseziel wurde die Weinhochburg Eppan an der Südtiroler Weinstraße gewählt. Dieser Drei-Tages-Ausflug wurde von da an zu einem festen Bestandteil in den Veranstaltungen des Burschenvereins. Als Ziele wurden immer Orte im näheren Ausland (Österreich oder Südtirol) oder schöne Gegenden in Deutschland (Schwarzwald oder Bayerischer Wald) angesteuert.

In der Generalversammlung im Dezember 1973 erhielt unser Verein einen neuen Vorstand. Johann Loidl aus Altmannsberg übernahm das Amt des Vorstands. Unter seiner Leitung wurde zum ersten mal neben zahlreichen Tanz- veranstaltungen auch ein Hallenfest abgehalten. Zu diesem Zweck wurde die Messerer-Maschinenhalle ausgeräumt und geschmückt. Nachdem reichlich für Essen und Trinken von Seiten des Burschenvereins gesorgt wurde, konnte das Fest am Nachmittag beginnen. Der zahlreiche Besuch und die sehr gute Stimmung bei den Anwesenden war ein Zeichen dafür, daß dieses Hallenfest ein großer Erfolg für den Burschenverein war. Im nächsten Jahr wurde anstatt des Hallenfestes ein Gartenfest im Hof des Huber-Wirtes veranstaltet. Bei diesem Fest spielte aber das Wetter nicht mit und so beschloß man sich 1976 erneut ein Hallenfest abzuhalten. Diesmal fand es jedoch in der Halle der Firma Schuder in Kumpfmühle statt. Der Große Erfolg der Hallenfeste bestärkte den Verein von nun an, in den Sommermonaten ein Hallenfest zu veranstalten. Im Fasching 1977 wurde neben dem üblichen Faschingskränzchen auch ein maskiertes Fußballspiel organisiert.

In Neuhausen standen sich die als Putzfrauen verkleidete Landjugend und die Burschen, gestärkt durch ein intensives Aufwärmprogramm in einem Bauwagen, gegenüber.

Damals wurde auch der zweite Maibaum der Vereinsgeschichte unter den Augen zahlreicher Besucher aufgestellt. Im September 1977 feierte der Burschenverein sein 25-jähriges Gründungsfest. Am Samstag den 6. August fand ein Festabend im Gasthof Huber statt. Nach der Begrüßung durch den Vorstand und Vorträgen von Johann Braun und Anton Schechner über die vorangegangenen 25 Jahre, wurde von Hans Baumann und Ernst Moosrainer Dias vorgeführt, die bei einigen schöne Erinnerungen an die Zeiten im Burschenverein hervorriefen. Anschließend wurden die Gründungsmitglieder und die ehemaligen Vorstände mit Urkunden geehrt. Der Sonntag wurde mit einem Kirchenzug und einer feierlichen Festmesse durch Herrn Kurat Luber begangen. Am Nachmittag fand ein Gartenfest mit Tanz in Oberndorf statt.

In der Generalversammlung im Dezember 1977 löste Hans Baumann aus Langwied, Johann Loidl als Vorstand ab. In diesem Winter wurde erstmalig zum Skifahren nach Österreich gefahren. Mit 44 Teilnehmern wurde am frühen Morgen mit dem Bus nach Hopfgarten aufgebrochen. Neben den vielen Skifahren wurde dort auch nicht das gemütliche Beisammensein in einer in einer zünftigen Berghütte vergessen. Da dieses von nun an immer in die Faschingszeit viel, wurde auch häufig maskiert gefahren, was sehr zur Steigerung der Stimmung Beitrug. Auch die Einführung von Kegelabenden, die stets sehr gut besucht waren, fiel in die Amtszeit von Hans Baumann. Im November 1979 übernahm Martin Lohmeyer den Vorstand des Vereins. Unter seiner Leitung wurde zum ersten mal in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr ein Weinfest veranstaltet. Die Messerer-Maschinenhalle wurde am 20. September 1980 mit Birken und Girlanden festlich geschmückt und dem ersten Weinfest stand nichts mehr entgegen. Bei guten Brotzeiten und süffigen Weinen kam rasch eine sehr gute Stimmung auf, die bei einigen jedoch zu späterer Stunde Ermüdungserscheinungen aufkommen ließen. So wird im damaligen Protokollbuch bemerkt: „Anscheinend dauerte einigen das Fest zu lange, weil sie bereits an ihren Tischen einschliefen".

Im Frühjahr 1981 wurde uns zum zweiten mal die Ehre zu Teil, bei einem Gründungsfest eines Nachbarvereins Pate zu stehen. Die Forstinninger Burschen baten uns, auf Holzscheite kniend, die Patenschaft anzunehmen. Dieses Anliegen nahmen wir ihnen gerne ab und beteiligten uns daher im Juli mit 40 Mann an ihrem 60- jährigen Jubiläum.

Nachdem wir im Jahr zuvor das erste mal an der Ebersberger Stadtmeisterschaft im Fußball teilnahmen, leider nur mit mäßigem Erfolg, konnten wir uns 1981 gewaltig steigern und bei unserem Hallenfest den Wanderpokal für den ersten Platz in Empfang nehmen. Da wir auch in den folgenden Jahren stark genug waren, uns gegen die Ebersberger Ortsvereine durchzusetzen, konnten wir den Siegerpokal 1983 nach dreimaligen Gewinn endgültig für uns behalten.

In diesen Jahren waren wir aber nicht nur beim Fußballspielen sehr erfolgreich, sondern auch in einer anderen „sportlichen", typisch bayerischen Disziplin, die stets Ende April auf dem Spielplan steht. 1981 und 1982 konnten wir jeweils gelungene Maibaumdiebstähle verzeichnen. 1981 war der Maibaum des Tullinger Stopselclubs und 1982 wurde der Baum der Jakobneuhartinger Burschen durch gute Zusammenarbeit aller Vereinsmitglieder erbeutet und nach Aushandlung eines angemessenen Rückgabepreises am darauffolgenden Tag wieder zurückgebracht.

1982 - 1992

Unser 30-jähriges Jubiläum feierten wir im Juli 1982 im Rahmen der 110-jährigen Gründungsfestes der Krieger- und Soldatenkameradschaft Oberndorf. Da diese für ihre Festlichkeiten ein großes Zelt aufgestellt hatten, nutzten wir die Gelegenheit, einen großen Tanzabend am Freitag, dem 16. Juli zu veranstalten. Als Attraktion wurde vorher ein Wettziehen zwischen zwei Haflingern des Huber-Wirt`s und 40 Burschen durchgeführt. Dieses Wettziehen konnten die Burschen für sich entscheiden. Dies war vielleicht auch mit ein Grund für die hervorragende und ausgelassene Stimmung am Abend.

Nach 4 Jahren als Vorstand übergab Martin Lohmayer im Dezember 1983 sein Amt an Ferdinand Hollerieth aus Oberlaufing. Auch unter dem neuen Vorstand ging es flott weiter. Burschenfeste, Skifahren, Faschingsveranstaltungen und vieles mehr ließen keine Langeweile im Verein aufkommen.

Das nächste große Fest wurde anläßlich der 20-Jahrfeier unseres Wirtes Josef Huber gefeiert. Am 26.04.1985 fand im Festzelt ein großer Tanzabend statt, den wir zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr organisierten. Im selben Jahr verlegten wir zum ersten mal das Hallenfest von Kumpfmühle nach Rinding. Die Maschinenhalle von Franz Braun wurde festlich geschmückt und für Bier und Brotzeit gesorgt. Da auch in diesem Jahr die Siegerehrung der Ebersberger Stadtmeisterschaft während des Abends stattfand, war die Halle im Nu gefüllt und es kam trotz des unglücklichen zweiten Platzes unserer Mannschaft eine sehr gute Stimmung auf.

Im Dezember 1986 wurde Martin Lohmeyer zum Ehrenmitglied unseres Vereins ernannt. Als Dank dafür erhielt der Verein ein neues Vereinstaferl, das er in mühevoller Arbeit selbst geschnitzt hat.

Mitte der 80er Jahre beteiligte sich der Burschenverein erstmalig mit eigenen Faschingswagen am traditionellen Ebersberger Faschingszug. Daß wir mit unseren Wagen, die immer ein aktuelles Thema aufgriffen, gut bei den Zuschauern ankamen, Zeigten die guten Plätze bei der Prämierung der besten Ideen.

Im Mai 1987 stellten wir unseren dritten Maibaum auf . Zuvor jedoch wurde der alte Baum umgelegt und zu Gunsten der Kinderkrebshilfe versteigert. Am Josefitag konnte durch die Mithilfe der Zahlreichen Steigernden ein Betrag von 6000,-DM erzielt werden.

Neben unserem Maibaum richteten wir auch einen etwas kleineren für die katholische Akademie in München auf. Am 30. Mai fuhren wir, nachdem wir den Baum sorgfältig hergerichtet und bewacht hatten, nach München und stellten diesen unter dem Beisein zahlreicher Gäste dort auf.

In diesem Jahr gewannen wir auch in einem hart umkämpften Finale gegen den Ebersberger Burschenverein zum vierten mal die Stadtmeisterschaft.

Im Dezember 1987 wurde Anton Hilger aus Traxl zum Vorstand unseres Burschenvereins gewählt. Unter seiner Leitung wagte sich der Verein erstmalig im nächsten Jahr daran, das alljährliche Hallenfest auf zwei Tage auszudehnen. Um den Gästen etwas zu bieten, beschloß man für den Sonntagabend einen Wettbewerb im „Wiangsongschnein" zu veranstalten. Am 9. Juli war es dann soweit. Bei der abendlichen Tanzveranstaltung bei guten Brotzeiten, Bier und flotter Musik, auch die Bar tat ihr übriges dazu, eine gute Stimmung auf, so daß für viele die anschließende Nacht sehr kurz wurde. Beim Zusammenräumen am Sonntagvormittag hatten zwar mehrere einen schweren Kopf, aber bis zum Abend war schließlich wieder alles getan, um den zahlreichen Gästen einen schönen Abend zu bieten. Auch der zweite Tag mit dem „Wiangsongschnein" als Höhepunkt, von dem alle Zuschauer begeistert waren, kam gut an und fortan wurde ein 2-tägiges Hallenfest veranstaltet.

Im Sommer 1989 feierte der Burschenverein Bruck sein 100-jähriges Bestehen. Als Patenverein fuhren wir mit 55 Mitgliedern und unserer eigenen Blaskapelle, den Heldensteiner Musikanten, nach Bruck und beteiligten uns an ihrem Fest. Nach dem Festzug am Nachmittag erhielten wir dort den Meistpreis, was für viele noch der Grund war ausgiebig zu feiern. Im Dezember 1989 übernahm Hans Fuchs aus Pollmoos die Führung unseres Vereins. Seine erste Bewährungsprobe hatte er beim Zeltfest, daß der Wirt im Juni 1990 veranstaltete. Da wir unseren Wirt bei den Arbeiten tatkräftig unterstützten, durften wir das Zelt einen Abend lang für unsere Zwecke nutzen. So führten wir am Freitag einen großen Tanzabend mit den Spotlights durch, der bei vielen bis weit in die Nacht andauerte. An den übrigen Tagen kümmerten wir uns noch um den Barbetrieb, der laut Schriftführerbericht folgendermaßen geregelt wurde: „.....Bar, die wir jeden Tag so um 10, 11 Uhr eröffneten und erst als die ersten zum Aufräumen kamen, wieder schlossen".

In einer der nächsten Burschenversammlungen kam schließlich die Idee auf, das 40-jährige Gründungsjubiläum mit einem großen Fest zu feiern. Dazu wurde ein 13-köpfiger Festausschuß gebildet.

1991 baten uns die Forstinninger Burschen zum zweiten mal um die Übernahme der Patenschaft bei ihrem kommenden Vereinsjubiläum. Beim Huber- Wirt knieten sie bequem auf einen Holzbalken nieder und ließen sich ihr Festtags- Menü richtig schmecken.

Im Mai 1992 Stellten wir den vierten Maibaum der Vereinsgeschichte auf. Hergerichtet wurde das gute Stück zusammen mit dem Baum der katholischen Akademie München beim Soyer in Neuhausen. Eines Sonntagmorgens wurde während des Kirchgangs der kleinere Maibaum, der Akademie von den Jakobneuhartinger Burschen gestohlen. Schande über uns! Wir wurden aber mit den Dieben bald handelseinig, so daß der Baum Ende Mai von uns in München vor den Augen zahlreicher Besucher und Prominenz aufgestellt werden konnte.

40-jähriges Gründungsfest

Nach langen Vorbereitungen konnte am Donnerstag den 4. Juli 1992 der, fünf tage dauernde, Fest- Marathon beginnen. Auf dem Fußballplatz der Oberndorfer Grundschule wurde die Woche über ein großes Festzelt aufgestellt und geschmückt. Nun wurde das Fest durch den Bieranstich unseres damaligen Schirmherrn Hans Vollhardt eröffnet. Vorher allerdings konnten die Zahlreichen Besucher eine Attraktion des Burschenvereins bestaunen. Eingens für dieses Fest bauten wir, unter Regie der Haberl- Brüder und Sepp Hintermeier aus Endorf, einen Bremswagen. Mit dieser ausgeklügelten Erfindung konnten die angetretenen Burschen unseres Vereins und der benachbarten Burschenvereine ihre Kräfte unter Beweis stellen. Es galt dabei das Vehikel möglichst weit zu ziehen, wobei sich das Gewicht mit der zurückgelegten Strecke erhöhte (war auch bei diesem Fest in abgewandelter Form zu sehen). Es folgten zwei gut besuchte Tanzabende. Am Samstag den 6. Juni versammelten sich der Burschenverein mit den anderen Oberndorfer Ortsvereine am Kriegerdenkmal zur Totenehrung. Festsonntag, 7. Juni 1992: Mit Freude empfingen wir die vielen Vereine, die mit uns unseren Ehrentag, mit einem feierlichen Feldgottesdienst feierten. Unser damaliger Pfarrer, Rudolf Hausl, fand neben dem feierlichen Anlaß des 40-jährigen Vereinsbestehens auch kritische Worte zum Burschenverein und zur Terminwahl des Burschenfestes (Pfingst- Wochenende). Aus welchen Gründen auch immer, setzte die Stromversorgung der Lautsprecheranlage sporadisch aus. So daß die Predigt öfters unterbrochen wurde. Der Defekt war aber nach des Pfarrers Wirken plötzlich behoben. Unser damaliger Vorstand Hans Fuchs bedankte sich anschließend für die „...spezielle Predigt". Mit dem Festzug aller Vereine begann der weltliche Teil des ausgelassenen Festes. Am Abend war das Zelt ebenfalls völlig gefüllt denn für die Stimmung sorgte die Spitzenband „Spotlight". Die Bar war an diesem Tag von Mittag bis in die späten Morgenstunden des Montags völlig ausgelastet. Am Montag den 8. Juni ging das Fest mit einem Kesselfleischessen geruhsam zu Ende. Alle beteiligten waren sich einig, daß dieses Fest ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte wurde.

1993-2002

Im Dezember 1993 wurde Georg Häuslmann aus Traxl zum neuen Vereinsvorstand gewählt. Unter seiner Führung wurden die bisherigen Vereinsaktivitäten weitergeführt und 1995 erstmals, gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr, ein Starkbierfest am Feuerwehrplatz abgehalten. Dieses Fest wurde ein fester Bestandteil in der Fastenzeit und wurde heuer bereits zum achten mal wiederholt. Anfangs wurde das Starkbierfest mit drei Tagen begangen, mittlerweile hat sich jedoch das kurze Wochenende bewährt: Freitag- Discoparty; Samstag- Starkbierfest.

Auch die Petersfeier in Traxl ist schon lange Jahre vom Burschenverein zusammen mit der Traxler Dorfgemeinschaft veranstaltet worden. Seit Ende der 90er Jahre wird dieses schöne Fest, das jedes Jahr hunderten Besucher zählt, gänzlich vom Burschenverein organisiert.

Festdamen Ausflug 1997, Auszug aus dem Schriftführerbericht:

„ Am Samstag den 23. Mai fuhren einige unserer alten und neuen Vorstandsmitglieder mit unserem Vereinskapital und unseren Festdamen im Gepäck, zum Europapark nach Rust. Nach einigen Problemchen auf der Autobahn kamen sie doch noch heil an, worauf das kindliche Treiben durch den Vergnügungspark beginnen konnte. Zum Abendessen stimmte sich so mancher männliche Teilnehmer mit sieben Weißbieren auf die kommende Nacht ein. In einer Diskothek eskalierte der Aufenthalt schließlich in eine einzige Tequila- Orgie mit den Festdamen, deren christliche Erziehung nie stärker bedroht war als dort. Eine der Damen wollte z.B. mit ihrem Gschpusi in ein eigenes Zimmer, was aber die anderen Betrunkenen zu verhindern wußten. Eine andere Festdame wollte auch umziehen ... und zwar samt Bett. Sie schaffte es bis zum Flur. Zwei von den Jungs brachten ihren Schlüssel nicht mehr ins Schlüsselloch und fanden Asyl bei zwei halbnüchternen Festdamen. Sie legten sich ins Bett und die Damen durften am Boden schlafen. Bravo!!"

Im Dezember 1997 wurde Martin Schechner aus Mailing zum neuen Burschenvorstand gewählt. Unter seiner Regentschaft wurden die großen Vereinsfeste, wie die Petersfeier oder die Beteiligung am Starkbierfest weitergeführt, als auch Neues ausprobiert. Im September 1998 veranstaltete der Burschenverein mit Erfolg eine Discoparty in der Schechner- Halle in Mailing. Eigens dafür wurde ein großes Barzelt aufgestellt. Im August 1999 fand die erste „Pollmoos Pampas Party" statt. Eine Open- Air- Party in einer kleinen Waldlichtung in Pollmoos, die seit dem Jahr für Jahr mehr Besucher anlockt.

Auch die Burschenausflüge wurden immer exklusiver. Im Jahr 1998 wagte sich der Verein zu einem drei-Tages-Besuch nach Düsseldorf.

Patenbitten der Brucker Burschen beim Burschenverein Oberndorf am 12.12.1998 (Auszug aus dem Jahresbericht)

„Die Brucker Burschen hatten ein Anliegen. Der Burschenverein Oberndorf sollte doch bitte wieder die Patenschaft beim bevorstehenden Burschenfest übernehmen. Wir fühlten uns geehrt und scheuten keine Kosten und Mühen, unseren Gästen einen schmackhaften Abend zu bereiten. Einige Mitglieder der Brucker Vorstandschaft machten es sich auch gleich auf einem Holzbalken gemütlich und freuten sich schon auf das feine Freßchen. Manche wunderten sich über die Tischmanieren der Brucker Gäste. Aber wenn ´s schmeckt, dann schmeckt ´s. Und so schaufelten sie die feinsten Speisen in ihre gierigen Leckermäuler. In zunehmenden Maße wurden aber auch unschöne Mißtöne laut. So wurde zum Beispiel die hiesige Vorstandschaft beschimpft, oder sich geweigert, sich mit Klobürsten die Zähne zu Putzen. Keine schöne Geste, wie ich meine. Ebenso versteht keiner, weshalb die meisten ihre Schnaps- Spaghettisuppe mit Meerrettichhäubchen in ihren Haferlschuhen mit nach Hause nehmen wollten. Auf jeden Fall war es ein gelungener Abend und die Brucker Burschen wissen jetzt, daß man beim Huber- Wirt wirklich lecker Essen kann".

In der Jahreshauptversammlung 1999 wurden die ersten Überlegungen betreffs des 50-jährigen Vereinsbestehens im Jahr 2002 unternommen. Es wurde ein Festausschuß gebildet, der die nötigen Vorbereitungen zum großen Fest treffen sollte.

Im September 2000 bescherte der Burschenverein einer Hochzeitsgesellschaft auf der Insel Krk in Kroatien einen seltene Vorstellung. Einige Vereinsmitglieder fuhren zur Hochzeit unseres langjährigen Mitgliedes und ehemaligen Vorstands, Anton Hilger und seiner Ana. Unsere Lederhosen und unsere Vereinsfahne wurde sichtlich bestaunt und wir erlebten in einer sehr gastfreundlichen Atmosphäre eine echte kroatische Hochzeit.

Ab Dezember 2001 vertritt nun Franz Braun aus Rinding die Belange unseres Verein. Sein Vorgänger, Martin Schechner, wurde bei dieser Generalversammlung als Festvorstand für das 50-jährige Gründungsfest bestimmt.

Am Schluß dieser Chronik, in der bis jetzt nur von fröhlichen Festen und heiteren, ausgelassenen Zeiten im Burschenverein berichtet worden ist, darf nicht vergessen werden, daß der Burschenverein auch die schweren Seiten des Lebens kennenlernen mußte.

So verloren wir aktive und ehemalige Mitglieder und der Verein hatte die Pflicht sie auf ihren letzten Weg zu begleiten. Alle diese verstorbenen Kameraden werden dem Burschenverein in guter Erinnerung bleiben und er wird ihnen stets ein ehrendes Andenken erhalten.